Waidlermesse - vierstimmiger Notensatz


Waidlermesse - vierstimmiger Notensatz

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Waidlermesse

Komponist: Ferdinand Neumaier *1890  †1969

Text: Eugen Hubrich

Notensatz/Arrangement 2016: Max Scholz, Riedlhütte

Zeichnungen: Oswald Botschafter, Riedlhütte

Herausgeber: © Morsak Verlag GmbH, Finkenweg 13 • 94481 Grafenau

www.morsak.de • eMail: info@morsak.de

1. Auflage März 2016, 12 Seiten, vier schwarz-weiß Zeichnungen, ISBN 978-3-86512-144-8

 

Dem Morsak Verlag ist es ein Anliegen die Waldlermesse für die Nachwelt zu erhalten. Seit der ersten Aufführung (1952) ist die Waldlermesse bestimmt schon mehrere tausend Male in Niederbayern, Oberpfalz, Franken, Oberbayern und auch im benachbarten Österreich, bei einfachen wie bei hochfesttäglichen Anlässen, traditionsgemäß bei der Arberkirchweih, an Weihnachten, bei Wallfahrten, bei Hochzeiten wie bei Beerdigungen zu Gehör gebracht worden, zur Freude und Erbauung der Zuhörer und zur Ehre Gottes.

In der Waldlermesse reden die Bewohner des Waldes mit „ihrem Herrgott“, der selbstverständlich ihren Dialekt und damit waldlerisch bestens versteht. Es sind einfache Weisen in allgemein verständlicher Form, sowie sie einfache Bauern ersannen, ausgerichtet für die Bewohner des Bayerischen Waldes, alles in ihrer ganz eigenen Sprache, teilweise traurig und schwermütig, aber zwischendurch auch herzhaft und zugleich etwas besinnlich. In den Texten der Waldlermesse spiegelt sich die große Weite des Waldes, das abgeschiedene Leben der Bewohner, abseits von allem Trubel, die teilweise große Armut, wie diese damals noch herrschte, aber auch die Freude und Zufriedenheit wider.

 

Informationen über Ferdinand Neumaier (1890 – 1969)

Ferdinand Neumaier wuchs in einer kinderreichen in Kirchberg im Bayerischen Wald auf. Der Vater war Schmied und Zitherspieler; er brachte ihm als erster das Singen bei.

Ferdinand Neumaier sollte - wie zwei seiner Brüder - Lehrer werden. Dazu besuchte er nach der Volksschule von 1906 bis 1908 die Deggendorfer Präparandenschule und danach von 1908 bis 1910 das Straubinger Schullehrer-Seminar. Er lernte das Klavier- und Orgelspiel, das Singen und die Chorleitung, den Notensatz und das Einrichten von Texten. In Straubing erlebte er den bürgerlichen Männergesang, den katholischen Gesang, den Volksgesang und die Begeisterung für das Singen.

Seine berufliche Laufbahn begann er als Hilfslehrer in der Dorfschule von Neuschönau, weitere Stationen waren Regenhütte, Zwiesel, Abensberg und ab 1913 Landshut, wo er zuletzt als Rektor an der dortigen Knabenschule St. Martin wirkte.

In Landshut wirkte er von 1913 bis zur Pensionierung und zehn weitere Jahre im Ruhestand als Organist in der katholischen Pfarrkirche St. Nikola. In der Nachkriegszeit leitete er bis 1965 die Landshuter Liedertafel. Dort wirkte auch seine Frau Anna (geb. Kainz, 1893–1980) als Sängerin mit. Aus ihrer 1920 geschlossenen Ehe gingen drei Kinder hervor.

Neumaier hat schon sehr früh begonnen, Volkslieder zu sammeln und aufzuschreiben. An die 90 Lieder hat er komponiert, teilweise auch am Text selbst geschrieben. Daneben schuf Neumaier mehrere Werke der katholischen Kirchenmusik, für Männer- und gemischten Chor sowie für das Theater.

Das uns allen bekannte Lied „Mir san vom Woid dahoam“ entstand im Jahre 1938. Seine bedeutendste Komposition aber war die Waldlermesse. Über die Entstehung erzählt Ferdinand Neumaier: „Der Bayerische Waldverein hielt 1952 in Kötzting seine Jahresversammlung ab. Beim Festgottesdienst wurde die Bauernmesse von Anette Thoma gesungen. Nachher traf ich meinen Freund Eugen Hubrich (ehemaliger NS-Funktionär 1885-1969) aus Straubing. Der rief mir zu: ,Du, Ferdinand, woaßt was, i schreib‘a Waldlermeß und du muaßt sie vertona!' Nach acht Tagen bekam ich von Hubrich den Text der Waldlermesse. Ich setzte mich sofort ans Klavier, und am Abend war die Komposition in den Grundzügen fertig. Zwei Wochen feilte ich noch daran herum, bis ich endlich damit zufrieden war.“

Im Text der Waldler-Messe erfahren der Wald und die Bäume eine große Verehrung, die nicht christlich, sondern völkisch motiviert ist. Sie knüpft deutlich an die Blut-und-Boden-Ideologie des Nationalsozialismus an, die gerade im Festwesen einen pseudoreligiösen Ersatzritus schaffen wollte.

Ferdinand Neumaier wurde Ehrenbürger der Gemeinde Kirchberg und Ehrenmitglied des Bayerischen Waldvereins.

Den vierstimmigen Notensatz für dieses Liederbuch hat Max Scholz im Herbst 2015 erstellt. Die Zeichnungen stammen von Oswald Botschafter, beide wohnhaft in 94566 Riedlhütte, Bayerischer Wald.

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